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Damit der Bordstein nicht zur Klippe wird

Von Thomas Saalfeld

Rainer Nordhause ist Fußgänger und und wagte sich auf ungewohntes Terrain. Der 63-Jährige saß im für ihn ungewohnten Rollstuhl und sollte sowohl je eine drei und sechs Zentimeter hohe Schwelle mit dem Gefährt nehmen. Nach ein paar Tipps von Lothar Uthardt (70) meisterte Nordhause den aus einer Rampe, einem Slalom durch Pylonen und einer Rückwärts-Einpark-Station bestehenden Parcours erstaunlich sicher.

Den Rollstuhlparcours hat die Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe um den Thieder Lutz Tabert dem Sozialverband (SoVD) zur Verfügung gestellt. Mit der Rollstuhlaktion und einem Glücksrad beteiligte sich der SoVD vom 19. bis 22. Mai an den Gesundheitstagen in der Ost- und Westsiedlung Salzgitter-Bad auf dem Martin-Luther-Platz. „Bei uns gibt es nur Obst und Gemüse als Preise zu gewinnen“, berichtet Hans-Werner Eisfeld. Er ist Vorsitzender der SoVD-Ortsgruppe Salzgitter-Bad und des Behindertenbeirates der Stadt Salzgitter. Eisfeld und seine Helfer erteilen Präsenten wie Bonbons und süßen Fertigprodukten eine Absage. „Wir unterstützen die ,Aktion Gesundes Frühstück‘ vieler Kindergärten und Grundschulen“, sagt Eisfeld. Er ergänzt: „Bei solchen Festen erreichen die Mitarbeiter des städtischen Fachdienstes Zahngesundheit auch etliche Eltern. Das verbessert die Chancen, frühzeitigen Zahnschäden vorzubeugen.“ Der gesunde Inhalt einer Brotdose solle Milchschnitten und Co. in den Ranzen der Schulkinder ablösen.

„Der SoVD ist ein Teil dieses Kiezes und reiht sich jedes Jahr gern unter die Teilnehmer ein“, versichert Eisfeld. Sein Verband stehe Gemeinden und privaten Bauträgern auch gern mit Rat zur Seite, wenn beispielsweise Gebäude, Plätze oder Anlagen behindertengerecht errichtet oder umgebaut werden sollen. Wer auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, der muss oft längere Umwege auf sich nehmen, weil Bordsteinkanten zu unüberwindlichen Klippen werden. Zu einigen öffentlichen Gebäuden fehlen noch immer Rampen oder in ihnen die Fahrstühle.

Markus Meyer vom Stadtteiltreffbüro, der Organisator der Gesundheitstage, lobt den SoVD als Eckpfeiler der alljährlichen Veranstaltung, die diesmal 43 Angebote von 23 Gruppierungen umfasste. Diesmal verteilte sich das Programm auf fünf Tage. Bis Salzgitter-Bad eine komplette Gesundheitswoche anbieten wird, ist es sicher nur noch eine Frage der Zeit. Ob der Diabetiker, der bei Blutzuckermessen erstmals von seiner Krankheit erfuhr und nun zuckerärmer leben will, oder der MTV Salzgitter, der mit seinen Schnupperkursen einige neue Mitglieder gewann, von den Gesundheitstagen auf dem Martin-Luther-Platz profitieren alle, die mitmachen.