JHV Salzgitter-Bad 2015

„Wir bleiben die Wadenbeißer“

Vorsitzender Eisfeld gibt sich kämpferisch – Rotation auf Schatzmeistersessel beim SoVD in Bad

Von Thomas Saalfeld

„Es war eine sauschwere Arbeit für die gesamte Vorstandsriege“, berichtete Vorsitzender Hans-Werner Eisfeld während der Jahresversammlung der Ortsgruppe Salzgitter-Bad im Sozialverband Deutschland (SoVD). Innerhalb nur eines Jahres hatten zwei Schatzmeister des Ortsverbandes ihren Posten aus privaten Gründen niedergelegt. Da gab es kürzlich beim Amtsantritt für die stellvertretende Schatzmeisterin Marion Drews und deren Helfer viele Belege zu ordnen.

Im vorigen Jahr hätten Einnahmen in Höhe von 10745 Euro Ausgaben von 10211 Euro gegenüber gestanden, verkündete Hans-Jürgen Makowski als Sprecher der Kassenprüfer. Auf dem Girokonto und an Barmitteln verfüge der Ortsverband insgesamt über 815 Euro verkündete Makowski und sprach von einer vorbildlich geführten Kasse. Dieser Meinung schlossen sich alle der knapp 60 zur Versammlung im Kniestedter Herrenhaus gekommenen Mitglieder an. Sie entlasteten einstimmig den gesamten Vorstand.

Zuvor hatte Eisfeld in seinem Jahresbericht gefordert, dass ganz Salzgitter barrierefrei werden müsse. „Niemand, egal ob alt oder jung, gesund oder durch Behinderungen beeinträchtigt, darf im Grundrecht Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden“, sagte Eisfeld. Dieser Idealzustand sei noch lange nicht erreicht. Der Vorsitzende erinnerte zudem an die Sozialsprechstunden Dienstags in den Räumen der AOK und die Infoangebote seines Verbands zum Beispiel für die Wahl eines Pflegedienstes, beim Einnehmen von mehreren Medikamenten, bei Informationen über das Hospiz oder Warnungen vor allen Betrugsvarianten rund um den sogenannten Enkeltrick.

Die Arbeit des SoVD habe eine hohe Wertigkeit bekommen, verkündete Eisfeld. Er versprach die Interessen aller Mitglieder gegenüber Politik und Verwaltung mit Biss zu verteidigen und sagte wörtlich: „Wir bleiben Terrier und wissen, wo die Waden unserer Kontrahenten sind.“

Wie der Verband die Interessen gerade schwächerer Mitglieder der Gesellschaft wahrnimmt, erläuterte Dieter Kömpel. Der SoVD-Kreisvorsitzende berichtete, dass das Busunternehmen KVG auf Empfehlung des Sozialverbandes zur Probe zwei unbeleuchtete Bushaltestellen bei Gebhardshagen und Sauingen mit Bus-Stopp-Lichtern ausgerüstet habe. So soll verhindert werden, dass Busfahrer in der Dunkelheit Wartende übersehen. Der SoVD ist auch Initiator für das vom Rat der Stadt beschlossene Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte, mit dem die Lebenstedter City für diese  Menschengruppe besser begehbar gemacht werden soll.

Als Interessenwahrer des SoVD präsentierte sich Ortsbürgermeister Wolfgang Bauer. Er berichtet in seinem Grußwort, dass er bei einem Treffen in Thiede das Mikrofon ergriffen habe, als dort nur die Arbeiterwohlfahrt als Interessenvertreter der Älteren, Ärmeren, Kranken oder Behinderten genannt worden war. Nach seinem Einspruch habe er in Thiede jedoch fairen Beifall erhalten, in Bad fiel dieser vielleicht noch um ein paar Phonstärken höher aus.

Innerhalb nur weniger Jahre ist die Mitgliederzahl des Ortsverbandes von gut 700 auf deutlichmehr als tausend gestiegen, lobte der Bürgermeister. Bauer hatte zudem ein Präsent für das 1111. Mitglied des SoVD-Salzgitter-Bad, Helga Müller, dabei. Sorgen bereitet dem Redner allerdings die Tatsache, dass die Behindertenparkplätze unter anderem beim Discounter Aldi oft von Falschparkern blockiert würden. Bauer: „Einmal versuchte dort ein Mann sein Auto zum Verkauf anzubieten, ein anderes Mal holte eine junge Frau nur schnell drei Flaschen Wasser, aber eine Gehbehinderte musste deswegen weiter vom Eingang entfernt parken.“ Dass Schlimmste sei, dass die Polizei auf einem Privatgelände wie diesem keinerlei Rechte habe. Abermals gab es Zuspruch für Bauer.

Nachdem Elisabeth Dierig für die Blaubeer-Tour am 13. August ans Steinhuder Meer und die Grünkohlfahrt mit Elm-Wanderung am 26. November geworben hatte, sangen die SoVD-Mitglieder zum Ausklang der Versammlung das Lied „Wahre Freundschaft“ zur Melodie „Hohe Tannen weisen die Sterne“.